Hermann Schrögenauer, LV 1871 Vertriebsvorstand, im Interview

Was ist Ihre Motivation, den Jungmakler Award zu unterstützen?

Für uns zählt dabei vor allem der Gemeinschaftsgedanke. Es geht beim Jungmakler Award ja in erster Linie darum, voneinander zu lernen und sich gegenseitig auszutauschen. Wir unterstützen junge und innovative Maklerinnen und Makler, weil sie die Lebenswelt ihrer jungen Kunden am besten kennen und ihnen auf Augenhöhe begegnen. Denn sie kennen ihre Problem und Erwartungen aus eigener Erfahrung und haben Strategien entwickelt, um die Erwartungen zu erfüllen. Diesen Austausch schätzen vor allem jüngere Kundinnen und Kunden. Für sie haben wir passende Vorsorgelösungen entwickelt. Über junge Maklerinnen und Makler können wir diese Kundengruppe am besten erreichen. Gerade durch die Digitalisierung ändert sich das Verhalten der Kunden gerade massiv.

Wie sieht die Altersstruktur Ihrer angebundenen Vermittler aus?

Die Altersstruktur bei uns unterscheidet sich nicht von der Branche. Deshalb ist es wichtig, dass wir hier entsprechende Maßnahmen zur Verjüngung in Angriff nehmen – ein weiterer Grund für unsere Beteiligung am Jungmakler Award.

Sie haben auch in Ihrem Alltag als Vertriebsvorstand mit Jungmaklern zu tun. Was schätzen Sie an der jungen Generation?

Die Qualität der Beratung ist hoch. Die Geschäftsideen und Beratungsansätze sprühen vor Innovationskraft. Sie kennen die digitale Welt ihrer Kunden perfekt und können damit umgehen. Sie verfügen über hohes Fachwissen und begegnen ihren Kunden auf Augenhöhe. Sie sind Helfer und Unterstützer in vielen Lebenslagen. So schaffen sie ein Gefühl von Gemeinschaft und Vertrauen. Sie beweisen damit tagtäglich, wie wichtig Empathie für den Beruf als Makler ist.

Was macht die LV 1871 für Maklerinnen und Makler attraktiv?

Wir unterstützen sie mit einer Vielzahl von digitalen Beratungs- und Verwaltungstools. Die Instrumente kommen bei der Beratung zum Einsatz und erleichtern die Arbeit im Backoffice. Mit Hilfe des Digidor-Portals zum Beispiel lassen sich Kampagnen mit individueller Ansprache realisieren. Über die digitale Vermittlerpost können Vermittler vertragsbezogene Kommunikation digital abrufen und einfach weiter verarbeiten – auch vollautomatisch über entsprechende BiPRO-Schnittstellen.

Aber wir werden auch in Zukunft auf die Nähe zu unseren Geschäftspartnern setzen. Viele große Versicherer ziehen sich aus der Fläche zurück. Wir sind überzeugt: Hier braucht es mehr Gemeinschaft vor Ort.

Welche Herausforderungen kommen in Zukunft auf die jungen Kollegen zu?

Das Kundenverhalten ändert sich massiv. Kunden kommen auf uns oder Berater zu, wann immer sie wollen. Dafür nutzen sie verschiedene Kanäle, zum Beispiel Telefon, E-Mail, Chat oder das persönliches Gespräch. Kunden von heute erwarten, dass wir immer verfügbar sind und schnell und hilfreich unsere Informationen zur Verfügung stellen. Denn sie werden im Internet mit Informationen überhäuft. Deshalb muss Beratung insbesondere bei komplexeren Produkten wie Berufsunfähigkeit und Altersvorsorge in Zukunft wieder einen höheren Stellenwert bekommen.

Hinzu kommen regulatorische Anforderungen. Ein Mindestmaß an Regulatorik ist durchaus sinnvoll – auch zum Schutz der Kundinnen und Kunden, aber ein überbordendes Maß an Bürokratie überfordert Makler. Deshalb müssen von politischer Seite Extrempositionen vermieden werden.

Titelbild: ©LV 1871